Schnaufend und schlurfend betrat er das Haus. Seine Strickmütze saß genau in der Mitte seines kahlen Kopfes, gleich dem Blütenkelch der unreifen Persimonen im Hof. Seine Socken hatte er bis unter die Knie über die Hosenbeine gezogen, und ein Zipfel seines Hemdes schaute unter der Strickjacke hervor. Er ließ sich auf einen Stuhl sinken und starrte einen Moment lang auf die Schale mit Nüssen auf dem Tisch. Er kniff die Augen zusammen, als wolle er mit höchster Präzision ein Haar aus einem Schälchen Joghurt ziehen. Er nahm eine Handvoll Nüsse und warf sie sich alle auf einmal in den Mund. Taub für die warnenden Worte meiner Mutter, „Papa, die Nüsse sind salzig, dein Blutdruck wird steigen“, heftete er seinen Blick auf die gegenüberliegende Wand. Es war, als spräche man mit einer Statue, an der sich beim Kauen nur die Gesichtshaut auf und ab bewegte. Als das Mahlen und Hinunterschlucken der Nüsse beendet war, warf er einen Blick auf seine Armbanduhr; jene Uhr, die seit Jahren, solange ich denken kann, geradezu mit Großvaters Handgelenk verwachsen schien. Mein Blick fiel auf seine gebrechlichen Hände. Die Falten seiner Hände sprachen Bände; sie hatten eine Stimme. Das Rascheln beim Sicheln der Reisgarben, der Klang der drückenden Hitze des Augusts, das Knirschen frierender Knochen im Schnee, der Klang des Mannseins, der Klang des Leidens ... Er holte sein zerfleddertes Gebetbuch hervor, dessen Seiten er unzählige Male mit Klebeband wieder miteinander versöhnt hatte. Er begann zu rezitieren. Wäre jemand draußen vor dem Haus gewesen, hätte er geglaubt, hier drinnen fände eine Totenklage statt. Als seine Gebete beendet waren, zog er seinen schwarzen Anzug an, der durch ständiges Tragen längst zu einem verblichenen Grau geworden war. Die großen Falten am Bund seiner Hose zeugten von seiner Auszehrung. Er schlüpfte in seine Schuhe, auf deren Leder getrocknete Schlammspritzer ein Muster hinterlassen hatten. Als er den Persimonenbaum erreichte, löste sich eine Frucht vom Ast und fiel zu Boden. Er bückte sich, hob die Persimone auf und rieb sie an seinem Ärmel, ganz so, als wolle er den Schmerz ihres Sturzes lindern. Er schlug die Tür, wie immer, mit der Wucht eines zerstörerischen Sturms hinter sich zu und ging. Nun sind die Persimonen im Hof reif; auch ihre Mützen sitzen genau in der Mitte ihrer Köpfe. Die Strickmütze jedoch liegt, gewaschen und gefaltet, wohlbehütet in der untersten Schublade des Schranks.