هم داستان میزبان فروتن چراغ افروزان


Melancholischer Sonnenuntergang
img

 

Von: Ahmad Hosseini

„Ich bin müde – müde von diesem dahinwelkenden Dasein. Ich hasse das verblichene Grün, das nun in einen kalten, finsteren Winter übergegangen ist. Der Frühling ist gegangen, der Sommer ist gegangen – und auch der verfluchte Herbst ist vorüber. Zurückgeblieben bin ich mit dem bitteren Schmerz und der hartnäckigen, qualvollen Kälte des Winters meines Lebens. Das Weiß und die Kälte des Schnees haben mein ganzes Leben schwarz gemacht. Ich will gehen. Ich bin erschöpft. Ich kann diesen Schmerz nicht länger tragen!“

So spricht Jacqueline – einst eine Königin der Schönheit, nun eine gebeugte Frau mit schneeweißem Haar, vor der sich eine Vitrine voller glänzender Trophäen auftürmt. Mit zitternden Händen stellt sie mir eine Tasse Kaffee hin; die Hälfte davon ist in die Untertasse gelaufen.

Sie setzt sich mühsam hin. Mit ihren müden, trüben Augen blickt sie mich an. Mit einem unterdrückten Schluchzen zucken ständig die Muskeln in ihrem Gesicht, wie Meereswellen in der Dunkelheit. Ihre Lippen, ihre Wangen, ihr Kinn, sogar ihre Nase und ihre Stirn zittern unaufhörlich. Sie schweigt und will, so sehr sie kann, die Luft verdunkeln und mir den bitteren Geschmack, der sich in ihr angesammelt hat, in meinen Hals eingießen. Das Schweigen ist kaum zu ertragen. Auch ich wage es nicht, ein Wort auszusprechen.

Langsam wende ich meinen Blick von den bebenden Zügen ihres Gesichts ab und schaue hinüber zu dem Foto auf dem Kaminsims. Das Bild – ebenso wie der Rahmen – ist hübsch. Wir haben schon oft darüber gesprochen.

Die junge Frau, die ihr langes Haar über eine Schulter fallen lässt und diesen Augenblick für immer im Bild festgehalten hat, ist Jacqueline. Das trägerlose, tief ausgeschnittene Kleid, das ihr glänzendes Dekolleté freigibt, ist das Werk eines der größten Modeschöpfer von Paris. Ihre Augen leuchten auf dem Foto, die schmale, lange Nase ist sanft nach oben geneigt. Das zarte Rot ihrer Lippen verleiht ihrem Gesicht einen unwiderstehlichen Reiz.

Jacqueline hat mir oft Bruchstücke ihres Lebens erzählt. Trotz der vielen Männer, die vor ihr auf die Knie fielen, hat sie sich nie glücklich gefühlt. Sie sehnte sich nur nach einem Leben ohne Glanz und Prunk, fern von Eitelkeit und Angeberei – ein Wunsch, der ihr nie erfüllt wurde. Ihre äußere Schönheit …

Plötzlich bricht Jacqueline ihr Schweigen und ruft mich wütend und vorwurfsvoll an: „Wo ist denn dieser mächtige Engel der sagenhaften Schöpfungsmaschine, von dem man behauptet, er nehme erbarmungslos das Leben? Warum hat er mich vergessen? Vielleicht wird auch ihm, wie allen Männern, weich in den Knien, wenn er vor mir steht – und er wagt es nicht, sich mir zu nähern?! Ich will gehen. Ich will sterben. Das Leben hat für mich keinen Sinn mehr, mein Herr!“

Weinend und flehend bringt Jacqueline zum Ausdruck: „Sagen Sie bitte Ihrem Chef, Jacqueline will nicht mehr weiterleben!“

Ich verlasse das Zimmer im Altenheim und trete auf die Straße. Die Kälte ist erbittert. Es schneit, und überall ist es weiß geworden. Schritt für Schritt gehe ich über den knirschenden Schnee und flüstere vor mich hin: „Ich will leben!“

Ich beschließe, morgen einen Blumenstrauß zu kaufen, mich zu ihr zu setzen und ihr von der „Lust am Leben“ zu erzählen.

 

Winter 2025 / Hamburg

 

این مقاله را با دوستان خود به اشتراک بگذارید.

نظرات کاربران

هنوز نظری ثبت نشده است.