Der Weltfrauentag bietet die Gelegenheit, den Stimmen jener Frauen Gehör zu verschaffen, die seit Jahren für ihre mit Füßen getretenen Rechte kämpfen. Der Iran und Afghanistan sind zwei Länder mit einem gemeinsamen kulturellen Erbe; ihre Literatur und Geschichte sind eng miteinander verwoben. In diesem gemeinsamen Kontext schreiten die Frauen beider Länder mit unermüdlichem Widerstand und in einem erbitterten Kampf voran, um sich ihre geraubten Rechte zurückzuholen.
Zu den tief verwurzelten Traditionen beider Gesellschaften gehört eine Frauenfeindlichkeit, die mit strengen religiösen Auslegungen verschmolzen ist. Das ungerechte Fundament, das die Religion zur Unterdrückung der Frauen geschaffen hat, erschwert es ihnen umso mehr, sich aus diesem beängstigenden Strudel zu befreien.
Die Frauen bekommen die Peitsche der Ignoranz und des religiösen Fanatismus gleich doppelt zu spüren: Zum einen durch die Schläge, die Männer als angebliche Hüter und Beschützer der Religion auf sie niederprasseln lassen, und zum anderen durch ihre eigene Gefangenschaft im Netz geistiger Rückständigkeit und blinder Überzeugungen, in dem sie selbst versunken sind.
Aus diesem Grund gewinnt der Kampf der Frauen gegen extremen Traditionalismus und geistige Rückständigkeit bemerkenswert an Dynamik. Die Frauen im Iran, insbesondere die junge Generation, erobern eine Bastion der Moderne nach der anderen. Der Kampf gegen den Zwangshidschab, das Infragestellen religiöser Dogmen sowie die Verteidigung eines kreativen und kritischen Geistes nehmen unter ihren Anhängerinnen massiv zu.
Die Frauen haben den Mut zum eigenständigen Denken gefunden und sich durch Bildung und unermüdlichen Einsatz sowohl materielle als auch geistige Unabhängigkeit erarbeitet. Seit Jahren bringen sie in allen gesellschaftlichen Bereichen herausragende Persönlichkeiten hervor und haben die Männer dabei oftmals weit hinter sich gelassen. Sie dulden keine Bevormundung mehr und sind nicht bereit, ihre hart erkämpfte Unabhängigkeit billig preiszugeben.
In Afghanistan jedoch lastet ein weitaus schwererer Druck auf den Frauen. Afghanischen Mädchen wird die Bildung verwehrt, und Frauen wurden in die häusliche Isolation verbannt. Viele afghanische Männer schweigen zu dieser den Frauen aufgezwungenen Ungerechtigkeit und zeigen keine angemessene Reaktion. Durch Ignoranz, Fanatismus und ein niederträchtiges Patriarchat sind sie zu gefährlichen Handlangern dieses zerstörerischen Kreislaufs geworden.
Die Frauenbewegung im Iran hat einen enormen Einfluss auf die afghanischen Frauen. Die Kämpfe der iranischen Bevölkerung, insbesondere die Millionenproteste und das grausame Massaker Anfang 2026 (im iranischen Monat Bahman 1404), haben die Menschen in den islamischen Ländern mit vielen herausfordernden Fragen konfrontiert. Sie beginnen, die Ideologie, die diesen menschlichen Tragödien zugrunde liegt, kritisch zu hinterfragen. Langsam reift in ihnen die Überzeugung, diesen von Termiten zerfressenen Baum an der Wurzel auszureißen. Die große Zahl afghanischer Frauen und Jugendlicher, die sich mit der iranischen Bevölkerung solidarisieren, ist zutiefst nachdenklich stimmend und lobenswert. Heute rufen sie einander dazu auf, von den Iranerinnen und Iranern Einigkeit zu lernen. Und vielleicht werden sie in nicht allzu ferner Zukunft die Erkenntnis gewinnen, den Weg, den das iranische Volk vorgezeichnet hat, selbst zu beschreiten.
Weggefährtinnen, ich bin eine afghanische Frau und komme aus Kabul. Ich spreche zu dir, der Iranerin, die aus Maschhad, Täbris, Kerman, Sanandadsch, Zabol, Kurdistan, Chuzestan, Birdschand, Dezful, Yazd und vielen anderen Orten kommt!
Wir haben dieselbe Stimme. Ich lege meine Hand in deine, damit wir Verbündete werden. Wir teilen ein und dieselbe Geschichte!
März 2026
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