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...Das Blutzeugnis der Feder
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Das Blutzeugnis der Feder
Von: Sonia Rahmatnezhad

Was soll ich schreiben? Von der Feder tropft das Blut.

In jenem Augenblick, da die Kraft zum Schreiben mich ereilt, stürzen sie auf mich herab: jene unzähligen Bilder, getränkt in reinem Blut.

„Schreibe über mich!“, „Über mich!“, „Über mich!“

Meine Mutter wartete auf meine Heimkehr. Ich sollte Brot kaufen. Zwei Laibe hatte sie erbeten, drei kaufte ich, um eines auf dem Heimweg zu genießen.

Doch ich trat ins Blut, und der Weg fand kein Ende.

„Schreibe über mich!“

Ich kam, um ein Kopftuch für Baharehs Hochzeit zu kaufen. Ich wusste nicht, ob es zu meinem Kleid passt. Ich wollte nur die Straße überqueren, und dann, ein schallender Knall.
Sag meinem Vater: „Ich werde es nicht zu Baharehs Hochzeit schaffen.“

„Schreibe zuerst über mich!“

Ich bringe die Arznei für meinen Großvater. Ich habe es versprochen.

Doch es gibt kein Entrinnen: Ich muss durch den Kugelhagel meines eigenen Landsmannes schreiten. Oh weh! die Medizin hat dich nicht erreicht, Großvater. Ich war nicht zu spät, sie waren es, die mich zu früh trafen.

Mein Landsmann schoss auf mich, damit sein Sold am Ende des Monats sich verdopple.

Brauchtest du die Arznei nicht heute?

„Schreibe doch über mich!“

Erzähle es der Welt!

Ich ging, um meine beiden Kinder von der Schule abzuholen. Sie freuten sich so sehr auf die Makkaroni zum Mittagessen. Doch sie schossen, diese Feiglinge. Sie ließen mich nicht los. Nun wurde das Blut zum Teil ihres Brotes.

Keine Tränen fließen mehr aus ihren Augen, doch Makkaroni, die mögen sie nicht mehr.

„Schreibe zuerst über mich!“

Mein Sohn ging fort, um zu rufen, um mutig zu sein in dieser digitalen Welt.

Er war mein Einziges, mein Ein und Alles. Ich eilte ihm nach.

Ich sah, wie man mit der Waffe auf ihn zulief. Doch meine Liebe war schneller als jene Kugel. Ich wurde sein Schutzschild. Mein Leben für das seine.

Mein Herz ist schwer wie jenes Blut von "Das Blutzeugnis der Feder". Was soll diese Feder noch schreiben?

Welcher Mutter Wehklage, welchen Vaters Fluch soll ich verkünden? Jener Eltern, die sich wünschten, sie hätten sich selbst schützend vor ihre Kinder geworfen.

Ich sah eine Zeile der Liebe, die das geschriebene Wort der Feder unter sich begrub.

Welche Größe, welchen edlen Mut soll diese Feder dir noch schildern, mein Landsmann?

Ich bin das Antlitz Irans. Ein verdörrtes Land, das niemals Wasser bekommen. Die Wüste von „Kerbala“. Eines, das die Erniedrigung durch Schimr(Ein böser Mann) nicht will, um seinen Durst zu stillen. Ich habe keinen „Abbas“, der meinen Kindern Wasser bringt. So bleibe ich dürstend, doch standhaft. Bis aus meiner blutgetränkten Erde Mohnblumen blühen, für jene, deren tägliches Brot die Wahrheit des „Nun wal-Qalam“ in sich trägt.*

Ich bin die Mutter, ich bin das Land Iran. Die Tochter des Cyrous, dem Großen.

Geduldig, voller Würde und voller Hoffnung.

Die Feder in meiner Hand, das Herz erfüllt vom Beben der trauernden Mütter und Väter. Mein Vaterland, sei frei!

Die Feder Irans schreibt (50.000+ Ermordete) weiter...

 

Januar 2026

 

*Das Erbe von Kerbala (Kultur des Widerstands)
Die Erwähnung der Wüste von Kerbala (680 n. Chr.) ist für Iraner das ultimative Symbol für den Kampf zwischen Gut und Böse. In dieser historischen Schlacht stand eine kleine Gruppe (angeführt von Imam Hussein) einem riesigen, tyrannischen Heer gegenüber.
Die Bedeutung im Text: Die Autorin setzt das heutige Iran mit diesem Schlachtfeld gleich. Es geht um den Kampf der „Unterdrückten“ gegen die „Unterdrücker“.

Die Gegenspieler: Schimr vs. Abbas
Um die Dynamik zu verstehen, muss man diese zwei Figuren kennen:
Schimr: Er gilt in der persischen Kultur als Inbegriff des Bösen und der Grausamkeit. Er war derjenige, der Hussein tötete. Wenn der Text sagt, man wolle keine „Erniedrigung durch „Schimr“, bedeutet das die Gnade eines Tyrannen abgelehnt wird. Lieber stirbt man durstig (aufrecht), als sich einem Mörder zu beugen.
Abbas: Er war der tragische Held, der versuchte, Wasser für die verdurstenden Kinder aus dem belagerten Lager zu holen. Ihm wurden beide Arme abgeschlagen, bevor er das Wasser liefern konnte.
Die Bedeutung im Text: Der Satz „Ich habe keinen Abbas“ drückt eine tiefe Einsamkeit aus. Das Volk ist auf sich allein gestellt, ohne einen mächtigen Beschützer, der es „rettet“ oder mit „Wasser“ (Freiheit/Wohlstand) versorgt.

Die Symbole: Wasser, Blut und Mohnblumen
Der Durst: Wasser ist in dieser Metaphorik nicht nur ein Getränk, sondern steht für Gerechtigkeit und Leben. Das „verdorrtes Land“ symbolisiert ein Volk, das nach Freiheit dürstet.
Mohnblumen (Schaghayegh): In der persischen Lyrik wachsen Mohnblumen aus dem Blut der Gefallenen. Sie sind das Symbol für Märtyrer. Der Text sagt: Aus dem Schmerz und dem Tod wird neue Hoffnung und Schönheit für die Zukunft wachsen.

Die Heiligkeit des Schreibens: „Nun w‘al-Qalam“
Dies ist ein direktes Zitat aus dem Koran (Sure 68): „Nun: Zu finden beim Stift und bei dem, was geschrieben wird.“
Die Bedeutung im Text: Für Iraner ist das Schreiben nicht nur ein Hobby, sondern ein heiliger Akt. Der Autor beschwört die göttliche Zeugenschaft der Feder herauf. Es bedeutet: Die Wahrheit, die niedergeschrieben wird, ist unbesiegbar und heilig. Wer für die Wahrheit schreibt, handelt im Namen einer höheren Moral.
Zusammenfassung für den Leser: Dieser Absatz beschreibt Iran als ein Land, das lieber unter Schmerzen leidet und „dürstet“, als seine Würde an einen grausamen Unterdrücker zu verkaufen. Es ist ein Bekenntnis zum moralischen Sieg durch Opferbereitschaft und die Macht des geschriebenen Wortes.

Übersetzt und erklärt von Dr. Abdolreza Eshghipour

 

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نظرات کاربران

ناشناس گفت:

ممنون از ثبت این مقاله

2026/01/27 05:17